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Tanz und Musik

03:00

Agon

Balanchine, George (United States)

02:29

Samanvaya

Mudgal, Madhavi (India)

Biennale de la danse 2006

Choreographer(s) : Mudgal, Madhavi (India) Valli, Alarmel (India)

Video producer : Maison de la Danse

Integral video available at Maison de la danse de Lyon

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03:21

Interplay

Slide, Jimmy (United States)

Maison de la Danse de Lyon 2004 - Director : Picq, Charles

Choreographer(s) : Slide, Jimmy (United States)

Video producer : Maison de la Danse

Integral video available at Maison de la danse de Lyon

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02:46

Tango Vivo

Codega, Claudia (Argentina)

Biennale de la danse 2006

Choreographer(s) : Codega, Claudia (Argentina)

Video producer : Maison de la Danse;Biennale de Lyon

Integral video available at Maison de la danse de Lyon

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04:33
02:23

Roaratorio

Cunningham, Merce (France)

02:31

Fase

De Keersmaeker, Anne Teresa (Belgium)

Tanz und Musik

Maison de la Danse de Lyon 2019 - Director : Plasson, Fabien

Autor : Anne Décoret-Ahiha

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Entdecken

Eine ganze Tanzperformance in absoluter Stille? Diese Herausforderung nahm 1928 Doris Humphrey, die mit „Water Study“ das erste Stück choreografierte, das gänzlich ohne Musik aufgeführt wurde. „Tanzen ohne Musik“, so der Ballett-Theoretiker Georges Noverre 1760, „ist ebenso wenig verständlich wie Singen ohne Wörter“, da die Bewegungen „verschwenderisch“ und bar jeder „Bedeutung“ sind*. Soll sich der Tänzer von der Musik leiten lassen? Merce Cunningham lehnt diese Form der Unterwerfung ab. In den 1960er Jahren brachte der amerikanische Choreograf die Idee auf, Tanz und Musik vollkommen unabhängig von einander zu machen, während sie allein die jeweilige Epoche miteinander teilen sollten. Seit damals hat der Tanz den Ton wieder angeschaltet**. Als ob er dem Beat nicht widerstehen könnte! Aber wie artikulieren sich nun Tanz und Musik, wie gestalten sie sich in jeweiligen Epochen, Stilen und bei verschiedenen Künstlern? Wie harmonieren sie miteinander, um gemeinsam Sinn zu ergeben und eine Performance darzubieten? Die acht Sequenzen dieses Themas sind eine Einladung, Musik zu betrachten und Tanz zu hören und die Musikalität der Interpretation oder der choreografischen Handschrift zu entdecken.   

Beschreibung

1. Die Klassiker    
 

Agon - George Balanchine
  „Betrachte die Musik, höre den Tanz“, Dieser Ausdruck ist George Balachine entliehen. Dabei arbeitete er mehr als zwanzig Mal Hand in Hand mit Igor Stravinsky, seinem Landsmann und Freund und kreierte 1957 Agon. Die Partition, die auf dem Prinzip der Zwölftonmusik aufbaut, besteht aus zwölf Teilen, die sich in zwölf Tänzern spiegeln, die sich in einer Vielzahl an Formen wiederfinden: Duos, Trios u.a.   
 Im Pas de deux, führt die Ballerina ihren Partner, ebenso kommt die Violine den anderen Instrumenten zuvor. Sie wird gehoben, sie nutzt die Stütze und den Halt, den ihr Partner ihr gibt, genau wie die Violine, die durch den musikalischen Hintergrund hervorgehoben wird. Für Balanchine ist es der Choreograf, der dieses Spiel der Beziehungen und Verbindungen erzeugt: „Choreografie [erschafft] ihre eigene Form, ungeachtet der musikalischen [und ohne] die Linie und den Rhythmus zu wiederholen“.   
 

Schwanensee - Marius Petipa
 Langsamer Rhythmus, umfangreiche Armbewegungen, Beine, die Linien im Raum skizzieren; das ist die wahre Natur eines „Adage“ wie das des Pas de deux in Schwanensees zweitem Akt. Der Ausdruck selbst stammt aus dem musikalischen Vokabular, dem „Adagio“. Mit Marius Patipa wurde es zum ersten Teil des Pas de deux. Der französische Choreograf, der wie die Ballettmeister der damaligen Zeit in Russland lebte, diktierte den Komponisten seinen Rhythmus, seinen Takt und seinen Charakter. Als bloße Darsteller verstanden, erfuhren letztere in Russland ohnehin nur wenig Wertschätzung.   
 

2. Die Rhythmik  
 

Samanvay - Madhavi Mudgal
 Jeder Odissi Tänzer muss auch ein Musiker sein! Dieser Tanz, wie auch andere klassische Stile in Indien, wird maßgeblich vom Rhythmus gestaltet. Die musikalische Struktur beruht auf Zyklen, die als „Talas“ bekannt sind und die Choreografie bestimmen. Die Füße der Tänzer folgen dem rhythmischen Muster, das die „Talams“ vorgeben, zwei Becken-artige Schlaginstrumente, die wiederum durch die Trommel verstärkt werden. Die Knöchelbänder mit vielen kleinen Schellen verstärken den Schall der im Rhythmus stampfenden Füße. Sie machen den Darsteller, meist eine Solistin, zu einem vollwertigen Instrumentalisten. So werden die sieben Tänzer dieses Stücks, von Madhavi Mudgal zu einer Tanzgruppe und einer Art bewegtem Orchester vereint.   
 

Interplay - Jazz Tap Ensemble
   Beim Stepptanz sind die Füße gleichzeitig eine Art Schlagzeug, auch wenn es hier spezielle Schuhe sind, die den Ton angeben. Der Reichtum an rhythmischen und akustischen Kombinationen sind in erster Linie das Ergebnis verschiedener Stöße auf dem Boden - Stöße, die vom Absatz, der Spitze oder der flachen Sohle ausgehen.
 

3. Musik zum Tanzen / Musik, die zum Tanzen verleitet    
 

Tango Vivo - Union Tanguera
 Am Ende des 19. Jahrhunderts aus der Verflechtung von schwarzen, kreolischen und europäischen Kulturen entstanden, die nach Argentinien immigriert waren, bestanden innerhalb des Tango verschiedene musikalische und tänzerische Genres. Obwohl es enge Verbindungen zwischen beiden gab, übernahm das musikalische Genre seine Unabhängigkeit und forderte eine selbstständige Existenz. Mischt durchchoreografierte mit improvisierten Sequenzen, wie es die Paare auch auf einem Ball tun. Mit Betonung auf jedem geraden und vierfachen Takt bauen die Paare verschiedene Figuren in Ihre Schritte ein, so wie den „Corte“ den „Ocho“und den „Gancho“, eine Art angedeuteter Bein-Haken. 


Dix Version - Mourad Merzouki
   Es ist einer jener Musikstile, bei dem sie sofort lostanzen wollen. Und wenn die Bewegung am Rhythmus klebt und eine Art Osmose zwischen zwei Tänzern in Erscheinung tritt, dann muss sich die Freude an der Bewegung bis in den Zuschauerraum ausbreiten. Wie in dieser Sequenz aus Dix Versions, eine der ersten Choreografien von Mourad Merzouki. Die Tänzer zeigen „Popping“, Smurf oder Boogaloo, drei charakateristische Stile des Hip-Hop, die stehend getanzt werden und nicht auf dem Boden liegend wie im Breakdance. 

3. Unabhängigkeit vom Partner   
 

Roaratorio - Merce Cunningham
 In Roaratorio von Merce Cunningham gibt es keinerlei Koordination zwischen Tanz und Musik. Tanz existiert hier ohne jeglichen Bezug zur Musik. Und wenn auch zwischendurch eine scheinbare Verbindung erscheint, so ist sie doch nur reiner Zufall. Die Tänzer, der Hilfestellung durch die Musik beraubt, brauchen nun selbst umso mehr ein absolutes Rhythmus- und Zeitgefühl und müssen ihren Partnern gegenüber absolut aufmerksam sein. Es sind jene grundlegenden Prinzipien, die Merce Cunningham in den 1960er Jahren entwickelte. 


Fase - Anne-Teresa de Keersmaeker
 Anne-Teresa de Keersmaeker schenkt der Musik allerhöchste Aufmerksamkeit. Denn sie ist ihre Inspiration. Weniger weil sie die Musik durch den Tanz zum Ausdruck bringen möchte; in erster Linien schätzt die belgische Choreografin die formalen Strukturen, die Architektur und die Regeln der Komposition, die eine Partition charakterisieren, noch bevor sie sie in Choreografien übersetzt. Diese analoge Verbindung mag wiederum im Bezug zur Organisation des Raums stehen, zu den Prozessen der Bewegungsabläufe oder sogar zur Körpersprache selbst. 

in mehr Tiefe

  BALANCHINE, Georges, MOISSEEVITCH VOLKOV, Solomon, DAY, Carole (trad.).  Conversations avec George Balanchine : variation sur Tchaïkovski [Balanchine’s Tchaïkovski]. Paris : L'Arche, 1988. 220 p.    
  NOVERRE, Jean-Georges. Lettres sur la danse. Paris : éd. du Sandre, DL 2006. 219 p.
 APPRILL, Christophe. « Le tango, une ‘musique à danser’ à l’épreuve de la reconstruction du bal », in Civilisations, n°53, 2006, p. 75-96. 

Autor

Anne Décoret-Ahiha est anthropologue de la danse, docteur de l'Université Paris 8. Conférencière, formatrice et consultante, elle développe des propositions autour de la danse comme ressource pédagogique et conçoit des processus participatifs mobilisant la corporéité. Elle anime les « Échauffements du spectateur » de la Maison de la Danse.

Credits

Video Selektion

Olivier Chervin


Text und Literatur

Anne Décoret-Ahiha


Produktion

Maison de la Danse 


Das Parcours « Tanz und Muzik » wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung des General Secretariat of Ministries and Coordination of Cultural Policies for Innovation. Die Übersetzung wurde mit Hilfe des European Video Dance Heritage Projekts umgesetzt, das durch die Kulturförderung der Europäischen Union unterstützt wird. Mehr Infos auf www.evdhproject.eu.

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