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Tanz im Freien

01:12

Ways to Strength and Beauty

Ways to Strength and Beauty (Ways to Strength and Beauty)

04:02

Dancing my cancer [Out of boundaries]

Halprin, Anna (United States)

02:53

Roof and Fire Piece

Brown, Trisha (United States)

04:36

Prélude à la mer

De Keersmaeker, Anne Teresa (Belgium)

09:32

Inferno

Castellucci, Romeo (France)

02:58

Là commence le ciel

Desprairies, Julie (France)

01:34:11

KiloBâtie : Vivallure

Foofwa d'Imobilité (Switzerland)

Maison de la Danse de Lyon 2010 - Director : Dupoy, Pascal

Choreographer(s) : Foofwa d'Imobilité (Switzerland)

Video producer : Foofwa d'Imobilité

Integral video available at Maison de la danse de Lyon

Take a look at this work in the video library
02:59

Trajectoire fluide

Dubois, Kitsou (France)

Tanz im Freien

Maison de la Danse de Lyon 2019 - Director : Plasson, Fabien

Autor : Julie Charrier

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Entdecken

Während unterschiedlicher Epochen des 20. Jahrhunderts haben alternative Bewegungen den Tanz mit der Absicht von der Bühne und aus dem Theater geholt, den Körper wieder zu entdecken und das Ritual wiedereinzuführen. In der Monte Verità Community war der Tanz organisch, ein Tanz, der in höchsten Maße persönlich und von den Realitäten des Alltags inspiriert war. Für die Mitglieder des Judson Dance Theater war der Tanz zur Jahrhundertwende urban und offen für neue Einflüsse.   

Beschreibung

 Montè Verita    
 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vereinten sich Künstler und Denker aller Weltanschauungen, um neue schöpferische Zugänge und neue Lebensweisen als Antwort auf die starren Kodizes und Konventionen der damaligen bürgerlichen Gesellschaft ausfindig zu machen. Stellen Sie sich eine Gemeinschaft in den schweizerisch-italienischen Bergen vor, in der der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung, der Maler Paul Klee, die Autoren Hermann Hesse und James Joyce, die Tänzer Rudolph Laban, Mary Wigman, Isadora Duncan und Suzanne Perrottet aufeinander treffen. In dieser Gemeinschaft, die sich auf die Freikörperkultur, den Spiritualismus, den Vegetarismus und eine Vielzahl utopischer Ideen konzentrierte, öffnete die Psychoanalyse die Tür zur Selbstwerdung, brachte Mary Wigman ihre “Ekstatischen Tänze” und ihren berühmten “Hexentanz” in Monte Verità hervor; es war in dieser Gemeinschaft, da sie ihre Improvisationsarbeit entwickelte.  
 Dancing my cancer – Anna Halprin    
 Seit Anna Halprin in den 1940er Jahren ihr Karriere begann, forderte sie vom Tanz, dass er mit ihr persönlich korrespondieren musste. Ihre Bewegungen sollten möglichst authentische Boten ihrer Selbstbetrachtung sein und ihre Persönlichkeit spiegeln. Sie strebte danach, zu dieser Essenz der Bewegung zurückzukehren, jene, die noch vor den schauspielerischen und kodifizierten Tänzen der Theater existierte. Sie beginnt mit alltäglichen Bewegungen, die sie “Aufgaben” nennt und verdeutlicht sie durch improvisierte Szenarien, die sie ihrer Arbeitsgruppe vorgibt. Ihr Vertrauen in die Kraft des Körpers, die sie persönlich erfahren hat als sie gegen Uteruskrebs kämpfen musste, brachte sie zu einem heilenden Ansatz, den sie “Heilenden Tanz” nannte.  
 My lunch with Ana – Alain Buffard  
 In North Carolina baute sie mit Ihrem Ehemann, einem Architekt, ein Haus aus Holz, das eine Tanzbühne mit Blick in die Natur integrierte. Der Tanz, den sie in ihren Workshops, menschlichen Begegnungen und Selbstreflexionen entwickelte, lebt an diesem Ort und erstreckt sich über das gesamte Territorium zu den Stränden des Pazifik und zu den Wasserfällen der Umgebung.    
 Roof and fire piece – Trisha Brown  
 Zu Beginn der 1960er Jahre hinterfragte die Postmoderne, eine New Yorker Bewegung, die aus dem Judson Dance Theater hervorging, die Beziehung zwischen Bühne, Darbietung und dem Schauspiel. Trisha Brown, eine ihrer Impulsgeber brachte den Tanz raus auf die Straße, in die Parks und auf die Fassaden und Dächer New Yorks. Sie arbeitete weiter daran, ihr Wissen um die Improvisationskunst zu erweitern und gab immerzu Darbietungen an Ort und Stelle. In ihrem Stück Roof and Fire Piece, positionierte sie ihre Tänzer auf den Dächern umliegender Gebäude, während sich das Publikum überall drumherum befand. Trisha Brown präsentierte nicht nur einen innovativen Tanzstil, sondern gab auch den Zuschauern eine einzigartige Position. Diese konnten die Performance aus einer Vielzahl an Blickrichtungen beobachten. Gleichzeitig hatten die Tänzer unzählige unterschiedliche Achsen zur Verfügung, in denen sie sich ausdrücken konnten.    
 Prélude à la mer – Thierry de Mey und    
 Mit dem Aufkommen der Videotechnik in den 1980er Jahren spielten Choeographen und Filmemacher mit Raum, Zeit, Achsen und Perspektiven, indem sie eine Choreografie speziell für das Bild entwarfen, die sich als “Tanzfilm” etablierte. Der Komponist und Filmemacher Thierry De Mey und die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker sind seither ein beispielloses Duo. Sie produzieren De Keersmaekers Tanz an jeweils überraschenden Orten – natürliche oder urbane. Der intensiv arrangierte Tanz jedoch inspiriert sich an der Schönheit der ihn umgebenden Natur oder Architektur. Dabei wird jeweils eine Fassung der Choreografie speziell für die Kamera erarbeitet.  Als solche erscheint sie in einer neuen Form, bestimmt durch die Einstellungen der Kamera, die Videobearbeitung und die Schnittechnik.    
 Inferno - Antoine Le Menestrel  
 Als überaus versierter Kletterer war Antoine Le Menestrel Teil jener Generation von Tänzern, die den Tanz nicht nur seines Bühnen-Settings sondern auch seiner Horizontalität beraubten. Der Kletter-Tanz bzw. vertikale Tanz erkundet Gebäudefassaden oder auch die Verdonschlucht und bringt nicht nur Tänzer sondern auch die Kulisse und Video-Projektionen zur Geltung. Fassaden- und Mauertänzer ist er vor kurzem im Zuge seiner Performance von Inferno von Romeo Castellucci die spektakuläre Fassade des Ehrenhofes (Cour d’Honneur) im Papstpalast zu Avignon hinaufgestiegen und ein zweites Mal in dem Stück Cour d’Honneur von Jérôme Bel.  
 Là commence le ciel - Julie Desprairies  
 Ungefähr fünfzehn Jahre lang hat Julie Desprairies ihre “choreografische Umwelt” entwickelt, indem sie architektonische Standorte besetzte. Ihre Vorführungen erfordern mehrere Monate der Assimilation die den physischen Kontext und  konzeptionelle Intention verstehen und letztlich ein choreografsiches Happening, ein künstlerisches Ritual, eine Art Zelebrieren des Ortes veranstalten.    
 Kilobâtie - Frédéric Gafner  
 Frédéric Gafner definiert sich selbst als “Tänzer, Choreograf und Tanzforscher in Praxis und Theorie”. Tanzt er auf breiter Front. Wir könnten noch hinzufügen, dass er ein verrückter Erfinder ist, ein eisener Verfechter des Tanzes und seiner Geschichte und gern mit Bühnenszenerien und Multimedia-Anwendungen bastelt. In Kilometrix.dancerun.4hat er das Konzept der getanzten Rennen bzw. der gerannten Tänze, entwickelt, die er in den Städten vorführte, die er bereist hatte: Paris, Lyon, Zürich, Kairo und Bologna. Als eine Art Hofnarr des künstlerischen Marathons lädt er Stadtbewohner und Bürger ein, ihm über eine gewisse Strecke zwischen fünf und fünfzehn Kilometer zu folgen und dabei ein Verkehrsmittel ihrer Wahl zur Hilfe zu nehmen, das sie möchten. Ein Videofilmer begleitet ihn auf Rollschuhen und präsentiert sein Videomaterial am Ende des Rennens und stößt damit eine Diskussion an.    
 Trajectoire fluide - Kitsou Dubois  
 Tanz und die Kunst, die Kunst und die Wissenschaft, Tanz und Zirkus - Kitsou Dubois Karriere und Entwürfe sind multidisziplinär und dennoch strebt sie nur nach einem: der Gravitation. Seit vielen Jahren erforscht sie mit ihrem Team aus Tänzern und Zirkusartisten in Parabelflügen Mikrogravitation und die Schwerelosigkeit. Sie taucht ihre Darsteller in Sphären, in denen sich die Schwerkraft verändert. In Trajectoire fluide nutzt sie Videoprojektionen von unter-Wasser-Tänzern, ein Trampolin, Gummibänder und Stühle, in deren Kombination die Zirkustänzer die Gesetzte der Schwerkraft und des Gleichgewichts für die Dauer eines Tanzes überwinden.   

in mehr Tiefe

  CAUX, Jacqueline. Anna Halprin, à l'origine de la performance. Paris : Éditions du Panama ; Lyon : Musée d’Art contemporain, 2006.    
  HALPRIN, Anna. Mouvements de vie. Bruxelles : Éditions Contredanse, 2009. 345 p. 
  
  LE MOAL, Philippe (dir.). Dictionnaire de la danse. Paris : Larousse, 1999. 864 p. (Grands dictionnaires culturels).  
  SINA, Adrien. Feminine futures : Valentine de Saint-Point – Performances, Danse, Guerre, Politique et érotisme. Paris : Les Presses du Réel, 2011. Pages 340-351.  
  SUQUET, Annie. L'Eveil des modernités. Pantin : Centre National de la danse, 2012. 959 p. (Histoires). 
  
  Centre des Ecritures Contemporaines et Numériques. « Cahier spécial Thierry De Mey »  [en ligne], in Mouvement, n°59,  avril - juin 2011, Paris, Editions du Mouvement, 2011, 50 p. Disponible sur : http://mouvement.net/pdf/tap/CECN_Thierry_de_Mey_janv2011.pdf   
  FROMONOT, Françoise (dir.). « Jouir d’habiter pour une propriété sociale du logement » [en ligne], in Criticat / revue bisanuelle, n°4, Paris, Association Criticat, 2009, p. 98.
 Disponible sur : https://issuu.com/criticat/docs/criticat04   
  COLOMER, Henri. La Montagne de la vérité [DVD]. AMIP Production, 1996, 52 min. 
  
  JAVER, Carl. Monte Verità, le rêve d'une autre vie [DVD]. Vida Bomben Film AB, 2013, 1h24min.
 Compagnie des Prairies [en ligne]. Disponible sur :   http://www.compagniedesprairies.com   
 Lézards bleus [en ligne]. Disponible sur : http://www.lezardsbleus.com   
 Neopost Foofwa [en ligne]. Disponible sur : http://www.foofwa.com   Trisha Brown Dance Company [en ligne]. Disponible sur : http://www.trishabrowncompany.org/   
 Kitsou Dubois [en ligne]. Disponible sur : http://www.kitsoudubois.com   
 

Autor

Après des années en danse-études, au Conservatoire d’Avignon, puis au Centre National de Danse Contemporaine d’Angers, Julie Charrier s’oriente vers la production de films documentaires et de captations de spectacles vivants principalement centrés autour de la danse contemporaine pour de nombreuses sociétés de production. Comme conseillère, puis éditorialiste, elle participe à la naissance et au développement de Numeridanse.tv. Elle coordonne pour l’ACCN et le Ministère de la Culture, délégation à la danse, la numérisation du patrimoine chorégraphique français. Elle assure la direction artistique et la production de la collection à 360 "Histoires d'espaces" qui interroge les nouvelles pistes que la réalité virtuelle offre au spectacle vivant.

Credits

Video Selektion
Julie Charrier

Text und Literatur
Julie Charrier

Produktion
Maison de la Danse 


Das Parcours "Tanz im Freien" wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung des General Secretariat of Ministries and Coordination of Cultural Policies for Innovation.  Die Übersetzung wurde mit Hilfe des European Video Dance Heritage Projekts umgesetzt, das durch die Kulturförderung der Europäischen Union unterstützt wird. Mehr Infos auf www.evdhproject.eu.

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